Kolumne: Mein Leben als Single, Teil 40

Meine Botschaft an alle Singles, die sich gerade einsam fühlen: Wir sind nicht allein!

von Kathi Killmann
Unsere Autorin Kathi Killmann hat die 30 überschritten und ist pl?tzlich wieder Single. W?hrend ihre Freunde der Reihe nach Kinder kriegen, heiraten und aufs Land ziehen, sucht sie zwischen Datingportalen und Barbesuchen nach ihrem Deckel und stellt fest – so einfach ist das alles gar nicht mehr, aber Spa? macht es trotzdem! Sie nimmt uns mit auf ihre Suche nach dem Richtigen und berichtet w?chentlich von ihren Erlebnissen und Erkenntnissen. Weiter geht's mit Folge 40: Immer noch allein daheim – wie man als Single in Zeiten von Corona sauber bleibt

Meine zweite Woche als Corona-Single allein zu Haus. Der Kleiderschrank ist ausgemistet, die Fenster geputzt, die Gewürzschublade sortiert, alle Regale ausgewischt. Mit meiner Serie bin ich durch, das Buch ist ausgelesen und das neue Album meiner Lieblingsband lief so oft rauf und runter, dass ich es jetzt nicht mehr h?ren kann. Die N?gel sind gemacht, die Augenbrauen gezupft, die Beine epiliert. Husten und Schnupfen l?ngst abgeklungen. Was jetzt?

Langweilig wird mir so schnell nicht. Ablenkung gegen die h?usliche Eint?nigkeit gibt es in diesen Tagen immer und überall. Kostenlose digitale Zeitungsabos, Podcasts, Leseempfehlungen, Serientipps, Work-Out-Videos, virtuelle Theateraufführungen, Wohnzimmerkonzerte im Live-Stream, ich k?nnte sogar online ins Museum gehen. Freizeitangebote ohne Ende. Aber genauso wie im echten Leben macht mir das alleine nur begrenzt Spa?. Irgendwann habe ich genug und die Selbstbestimmtheit fühlt sich nur noch nach Selbstbespa?ung an. 

Allein daheim – Mein Leben als Single in Corona-Zeiten

Zusammen allein

Die Streamingdienste haben l?ngst reagiert, mit Netflix-Party kann man Freunde einladen, die neue Serie gemeinsam zu schauen. Jeder auf seiner Couch, mit einer Chatfunktion, um das Gesehene gegenseitig zu kommentieren. Und doch fehlt dabei  etwas ganz Entscheidendes: Wo ist der Deckenklauer, der Chipstütenraschler, der Schmatzger?uscheverursacher, der immer an den falschen Stellen losprustet? 

Dank Zoom, Skype und Whereby kann ich mit meinen Freunden nach wie vor Abendessen, Weintrinken und Pl?ne für die Zeit nach Corona schmieden. Wir quatschen, lachen, sto?en an und winken uns zu. Alles wie immer? K?nnte man meinen. Aber es gibt auch andere Tage. Gestern wollte ich gar nicht erst aufstehen. Was macht es für einen Unterschied? Wen interessiert es, ob ich Schlafanzug statt Blazer trage, nur aufstehe, um andere Gesch?fte zu erledigen, und mich ansonsten den ganzen Tag im Bett vergrabe? "Setzen Sie sich feste Zeiten im Homeoffice. Schaffen Sie Routinen." Jaja, ich kenne die Tipps und mittlerweile bin ich so routiniert, dass sich jeder Tag gleich anfühlt – habe ich heute schon geduscht oder war das gestern??

Ich kenne die Experten-Ratschl?ge und ich kann normalerweise auch ganz gut frei arbeiten, aber je schlechter die Auftragslage wird, je weniger ich mich als Teil von etwas fühle, desto sinnloser erscheint mir das Ganze. Wen interessiert es, ob ich Mails beantworte, schlafe oder stundenlang vor mich hinstarre? Aber liebe Mit-Singles, Alleinstehende, Alleinlebende, Alleinarbeitende, an alle Mitfühlende da drau?en – mag sein, dass wir uns vielleicht gerade alle ein bisschen einsam fühlen, aber wir sind nicht allein!

Und wie unsere Bundeskanzlerin so sch?n gesagt hat: "Wir sind eine Gemeinschaft, in der jedes Leben und jeder Mensch z?hlt." Das hilft, und wenn diese Zeit für nichts gut ist, dann doch dafür, mal innezuhalten und sich zu fragen, was wirklich z?hlt: Mit welchen Menschen m?chte ich mich umgeben, für wen m?chte ich Zeit haben, womit m?chte ich meine Zeit füllen, worauf kommt es jetzt an? Und damit meine ich nicht, seinen Ex-Freund anzurufen (keine gute Idee, glaubt mir).   

Schalflos in Mannheim und das erste Mal mit meinem Tinderdate

Optimistisch bleiben 

Statt mich zu fragen, was ich gerade alles nicht tun kann, versuche ich lieber das zu machen, was m?glich ist. Nackt durch die Wohnung tanzen zum Beispiel, mich alleine betrinken oder in Unterhosen frühstücken (zugegeben, das h?tte ich auch vor Corona tun k?nnen, aber was man früher als Sich-gehen-Lassen interpretiert h?tte, ist jetzt total okay). Ich habe mir angew?hnt, Sachen an unterschiedlichen Orten in meiner Wohnung zu platzieren, m?glichst weit entfernt, damit ich t?glich auf m?glichst viele Schritte komme. Diese Ma?nahme hat sich als zu nervig herausgestellt, ich gehe jetzt lieber einmal am Tag spazieren und versuche so die mittlerweile ebenfalls routinierten Bestellungen bei meiner Stamm-Pizzeria #supportyourlocaldealer etwas aufzuwiegen.

Au?erdem kann ich helfen und die Leute unterstützen, die gerade wirklich schwer zu tragen haben. Meiner betagten Nachbarin mit den Eink?ufen, Sach- und Kleiderspenden an den Gabenzaun h?ngen, meiner Freundin, die mit zwei kranken Kindern das Haus hüten muss, ein paar Vitamine vor die Tür stellen, die Tafel unterstützen und, und, und… es gibt viel zu tun. So und jetzt muss ich mal schnell unter die Dusche, ich habe sp?ter noch ein Skype-Date (dazu bald mehr). Damit sage ich Tschüss für heute, bleibt gesund und positiv und denkt daran: #stayhome, #staysafe, #staypositive und waschen nicht vergessen. 

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