Kolumne: Mein Leben als Single, Teil 41

Social Distancing = Sex-Entzug! Was ich als Single aus der Krise lerne

von Kathi Killmann
Unsere Autorin Kathi Killmann hat die 30 überschritten und ist pl?tzlich wieder Single. W?hrend ihre Freunde der Reihe nach Kinder kriegen, heiraten und aufs Land ziehen, sucht sie zwischen Datingportalen und Barbesuchen nach ihrem Deckel und stellt fest – so einfach ist das alles gar nicht mehr, aber Spa? macht es trotzdem! Sie nimmt uns mit auf ihre Suche nach dem Richtigen und berichtet w?chentlich von ihren Erlebnissen und Erkenntnissen. Weiter geht's mit Folge 41: über feuchte Tr?ume und mein Leben als Single in Corona-Zeiten

Wow, was für eine Nacht. Tut mir leid, falls ich heute etwas wirr bin. Ich hatte gerade Sex. Also im Traum. Danach habe ich gefrühstückt und ich schw?re, der Schatten, den meine Kaffeetasse und die Müslischale geworfen haben, war eindeutig. Sp?ter habe ich versucht, den Schattenpenis durch Yoga zu verdr?ngen, um mich stattdessen voll und ganz auf die übungen zu konzentrieren, aber was soll ich sagen, sp?testens im Schmetterling konnte ich schon wieder an nichts anderes denken. Was für ein seltsamer Traum.

Das Verlangen nach diesem Typen war so echt und so stark, dass mein K?rper schon wieder ganz kribbelig wird, wenn ich nur daran denke. Wie er mich festgehalten hat, wie er mich angeschaut hat, wie er sich über mich gebeugt hat… Und obwohl ich diesen Mann in meinem Traum nicht mal kannte, war es viel zu real: Ich kann sogar jetzt noch spüren, wie er sich angefühlt hat. Dabei scheint Sex im echten Leben gerade so weit weg, dass ich mich kaum noch daran erinnern kann ( siehe Folge 038). Danke Corona! 

Ich habe gelernt, dass Dating ohne Kompromisse nicht funktioniert 

Krise als Chance

Damit aber der Sex-Entzug nicht die einzige Auswirkung des gebotenen Social Distancing auf mein Privatleben bleibt, dachte ich, es ist an der Zeit, all die "Nutze die Krise als Chance"-, "Endlich hast du Zeit für dich"- und "Mach das Beste daraus"-Ratschl?ge anzunehmen und darüber nachzudenken, was man der Coronazeit als Single Positives abgewinnen kann. Hier kommen meine zehn Favoriten:

# 1: Ich kann so viel Knoblauch in mein Essen geben, wie ich will. 

# 2: Endlich eine gute Ausrede, warum ich gerade nicht ins Fitnessstudio gehen kann.

# 3: Meine Matches auf Tinder antworten neuerdings auf Nachrichten.

# 4: Für Skypedates reicht es v?llig, wenn man den Oberk?rper stylt. 

# 5: Ich kann mir ganz alleine jedes Live-Konzert meiner Lieblingsbands anh?ren, ohne mich seltsam zu fühlen. 

# 6: Ich wei? in diesen Tagen mehr denn je zu sch?tzen, wie gut es mir eigentlich geht.

# 7: Sextr?ume 

# 8: Muss ich mir eigentlich noch die Beine rasieren?

# 9: H?tte nie gedacht, dass ich mal Home-Workout mit Chris Hemsworth machen würde. 

# 10: Die Vorfreude auf einen Sommer in Freiheit w?chst und w?chst. 

Die Liste l?sst sich natürlich beliebig erweitern… man k?nnte zum Beispiel noch viel mehr Pizza bestellen #supportyourlocaldealer und genau, noch mehr tr?umen, vom n?chsten Urlaub, von der Gehaltserh?hung, von den lieben Menschen und ja – auch von hei?en Unbekannten. 

Meine Botschaft an alle Singles, die sich gerade einsam fühlen: Wir sind nicht allein!

Nicht der Richtige

Und noch etwas ist mir in den letzten Wochen klar geworden: Ich wei? pl?tzlich ziemlich genau, was ich will – beziehungsweise was ich nicht will. Felix. Mein Valentinsdate aus dem Februar (mein Gott, das waren noch Zeiten…), der Mann, der sich meinen Namen nicht merken konnte und mein erstes Tinderdate, mit dem ich im Bett gelandet bin. Das diffuse Bauchgefühl hat sich aufgel?st, da ist kein Kribbeln, kein Verlangen, keine Sehnsucht, seine Stimme zu h?ren oder ihn im Videocall zu sehen. Felix ist einfach nicht der Richtige.

Warum ich das pl?tzlich so sicher sagen kann? Weil ich gerade Zeit habe, darüber nachzudenken, wer oder was wirklich wichtig in meinem Leben ist. Mit wem ich gerne Zeit verbringe, wer mir guttut, mit wem ich lachen kann, wen ich gerade sehr vermisse. Klar, vielleicht kenne ich Felix noch nicht lange genug, aber ich bin eindeutig nicht verliebt und die anf?ngliche Verknalltheit reicht nicht aus, die Zeit der r?umlichen Distanz bis zum n?chsten Wiedersehen zu überbrücken. Ich habe keine Lust auf romantische Nachrichten und floskelhaftes Telefongepl?nkel. Und das Gute ist, ihm geht es wohl ganz genauso: "War trotzdem sch?n, dich kennengelernt zu haben. Pass auf dich auf und bleib gesund." 

Der Traum ist aus

Okay, Felix und ich? Der Traum ist aus. Aber wer oder was verbirgt sich eigentlich hinter diesem unbekannten Traum-Mann? Weil ich ein gro?er Fan von unqualifizierten Traumdeutungsversuchen bin, gebe ich die Stichworte "Sex mit Unbekanntem, Traum" in die Suchmaschine ein und lese auf www.traum-deutung.de folgendes Ergebnis: "Das Traumsymbol 'Sex Fremder' drückt aus, dass die Tr?umende gerne Neues entdecken m?chte. Das kann in der Traumdeutung einen sexuellen Bezug haben, ist aber nicht zwingend so. M?glicherweise m?chte man gerne eine Ver?nderung in der bisherigen Lebensweise herbeiführen. Das kann ein neuer Mann im Leben der Tr?umenden sein, aber auch die Entwicklung bisher nicht beachteter F?higkeiten." Aha! Na dann, ich halte euch auf dem Laufenden. Und damit lautet meine Single-Erkenntnis 041: Tr?ume und Gedanken kennen keine Schranken. 

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